Ist eine Unterschrift nach dem Speichern aus der PDF verschwunden, solltest du die betroffene Datei nicht erneut speichern oder bearbeiten. Erstelle zuerst eine Kopie und öffne das unveränderte Original in einem PDF-Programm mit Signaturprüfung, etwa Adobe Acrobat Reader. Dort lässt sich feststellen, ob nur die sichtbare Darstellung fehlt oder auch die digitale Signatur selbst nicht mehr vorhanden ist.
Eine unsichtbare Unterschrift bedeutet nicht automatisch, dass die kryptografische Signatur gelöscht wurde. Browser, Vorschaufenster und einfache PDF-Apps zeigen Signaturfelder teilweise unvollständig an. Umgekehrt kann eine sichtbare eingescannte Unterschrift vorhanden sein, ohne dass das Dokument überhaupt digital signiert wurde.
Passende Anleitung öffnen →Original sichern, bevor du den Signaturstatus öffnest
Die Prüfung sollte an einer Arbeitskopie erfolgen. Kopiere die PDF im Dateimanager und ändere dabei nur den Dateinamen der Kopie. Das Kopieren oder Umbenennen auf Dateisystemebene verändert den PDF-Inhalt normalerweise nicht. Öffne die Datei anschließend ausschließlich zum Lesen und lehne eine angebotene Speicherung ab.
- Schließe die PDF in Browsern, Cloud-Editoren und PDF-Programmen.
- Sichere die zuerst erhaltene oder heruntergeladene Datei als unverändertes Original.
- Erstelle davon eine Kopie für die Prüfung.
- Öffne die Kopie lokal in Adobe Acrobat Reader oder einem anderen Programm, das digitale PDF-Signaturen validieren kann.
- Speichere die geöffnete Datei nicht erneut, auch nicht über „Speichern unter“ oder einen PDF-Drucker.
Ist die Datei ein E-Mail-Anhang oder stammt sie aus einem Portal, lade den Anhang beziehungsweise das bereitgestellte Dokument noch einmal neu herunter. So erhältst du eine Gegenprobe zu der Fassung, die bereits gespeichert oder exportiert wurde.
Signatur im Unterschriftenfenster statt auf der Seite suchen
In Adobe Acrobat Reader liefert das Unterschriftenfenster die wichtigere Information als das sichtbare Schriftbild der Seite. Je nach Programmversion ist dieser Bereich über das Signatursymbol oder eine Seitenleiste mit der Bezeichnung „Unterschriften“ erreichbar. Er zeigt vorhandene digitale Signaturen, den Validierungsstatus und gegebenenfalls signierte Dokumentversionen.
Passende Anleitung öffnen →
Passende Anleitung öffnen →Die Ergebnisse lassen sich folgendermaßen einordnen:
- Die Signatur wird aufgeführt und als gültig bewertet: Wahrscheinlich fehlt nur ihre sichtbare Darstellung. Die kryptografische Prüfung ist in diesem Fall aussagekräftiger als das Erscheinungsbild im Browser.
- Die Signatur wird aufgeführt, aber Änderungen nach dem Signieren werden gemeldet: Die Datei enthält noch Signaturinformationen, wurde jedoch nach der Unterzeichnung verändert. Arbeite nicht weiter an dieser Fassung, sondern vergleiche sie mit dem neu heruntergeladenen Original.
- Die Signatur ist vorhanden, kann aber nicht vollständig validiert werden: Möglicherweise fehlt ein vertrauenswürdiges Zertifikat oder eine erforderliche Prüfinformation. Das ist von einer verschwundenen Signatur zu unterscheiden.
- Es erscheint überhaupt kein Signatureintrag: Entweder war nur ein Bild beziehungsweise eine gezeichnete Unterschrift eingefügt, oder die PDF wurde beim Speichern, Exportieren beziehungsweise Drucken neu erzeugt und verlor dabei das Signaturfeld.
Öffne dieselbe unveränderte Datei zusätzlich nicht nur im Browser. Zeigt Acrobat Reader einen Signatureintrag, während die Browseransicht keine Unterschrift darstellt, liegt das Problem sehr wahrscheinlich bei der Anzeige und nicht beim Signaturinhalt.
Fehlende Darstellung und fehlende digitale Signatur unterscheiden
Eine digitale PDF-Signatur besteht aus kryptografischen Informationen und kann zusätzlich ein sichtbares Erscheinungsbild auf der Seite besitzen. Dieses Erscheinungsbild kann einen Namen, einen Zeitstempel oder eine grafische Unterschrift enthalten. Die sichtbare Fläche ist jedoch nicht der eigentliche Gültigkeitsnachweis.
Eine eingefügte Bilddatei oder eine mit der Maus gezeichnete Unterschrift ist dagegen häufig nur Seiteninhalt. Sie besitzt ohne zusätzliche Zertifikatssignatur keinen prüfbaren kryptografischen Status. Fehlt im Unterschriftenfenster jeder Eintrag, kann das PDF-Programm eine solche Markierung nicht als digitale Signatur validieren.
Auch „Drucken als PDF“ ist keine geeignete Reparatur. Dabei entsteht eine neue PDF, deren Seiten meist nur neu ausgegeben werden. Digitale Signaturen, Formularlogik, Anhänge und andere interaktive Bestandteile können verloren gehen. Dass eine Unterschrift auf der neu erzeugten Seite sichtbar bleibt, würde die ursprüngliche digitale Signatur nicht erhalten.
Welche Speicherung die Unterschrift entfernt haben kann
Ein normales Speichern in einer signaturfähigen Anwendung muss eine Signatur nicht zwangsläufig entfernen. Problematisch sind vor allem Verarbeitungsschritte, bei denen das Dokument nicht nur gespeichert, sondern neu aufgebaut wird.
- Export in ein anderes Format und anschließende Rückumwandlung in PDF.
- Ausgabe über einen virtuellen PDF-Drucker.
- Bearbeitung in einem Browser, Cloud-Dienst oder Programm ohne vollständige Signaturunterstützung.
- Reduzierung von Formularfeldern auf normalen Seiteninhalt.
- Ersetzen, Löschen oder Verschieben des Signaturfeldes in einem PDF-Editor.
Welche dieser Möglichkeiten zutrifft, lässt sich ohne Originaldatei nicht allein am leeren Seitenbereich erkennen. Die belastbare Gegenprobe besteht aus dem erneut beschafften Original, dem Unterschriftenfenster und dem Vergleich mit der bereits gespeicherten Fassung.
Entscheidung nach der Prüfung
Zeigt die neu heruntergeladene Originaldatei eine gültige digitale Signatur, die gespeicherte Fassung dagegen nicht, verwende ausschließlich das Original und verwerfe die veränderte Kopie. Fehlt lediglich die grafische Darstellung, während der Signatureintrag gültig bleibt, solltest du das Dokument trotzdem nicht neu speichern, um die Anzeige zu reparieren. Für die Weitergabe eignet sich die unveränderte Datei zusammen mit dem prüfbaren Signaturstatus.
Fehlt die Signatur bereits in der ursprünglichen Datei und gibt es auch keinen Eintrag im Unterschriftenfenster, kann sie aus dieser Fassung nicht zuverlässig wiederhergestellt werden. Fordere dann eine erneut signierte Originaldatei an. Eine nachträglich eingefügte Grafik ersetzt die verlorene digitale Signatur nicht.
Bei vertraulichen Dokumenten sollte die Prüfung lokal erfolgen. Das Hochladen zu einem beliebigen Online-Prüfdienst kann Inhalte und personenbezogene Daten offenlegen. Ein lokal installiertes Programm mit eigener Signaturvalidierung ist für solche Dateien die passendere Wahl.