PDF 1.7 ist für den normalen Dokumentenaustausch meist die kompatiblere Wahl, während PDF 2.0 den ISO-Standard technisch bereinigt, präzisiert und für moderne Funktionen weiterentwickelt. Eine höhere Versionsnummer bedeutet jedoch weder automatisch bessere Bildqualität noch kleinere Dateien. Maßgeblich sind die tatsächlich verwendeten Funktionen und die Programme, mit denen das Dokument geöffnet, geprüft, signiert oder weiterverarbeitet wird.
Was PDF 1.7 und PDF 2.0 voneinander trennt
PDF 1.7 wurde 2008 als ISO 32000-1 standardisiert. Es bildet bis heute eine breit unterstützte Grundlage für PDF-Anzeigeprogramme, Druckvorstufen-Software, Dokumentenmanagement und zahlreiche Exportfunktionen. PDF 2.0 folgte als ISO 32000-2 und ist keine vollständige Neuerfindung des Formats. Die Version baut auf dem vorhandenen PDF-Modell auf, beseitigt Unklarheiten und ordnet verschiedene Funktionen neu.
Die Unterschiede betreffen vor allem die technische Spezifikation und weniger das sichtbare Erscheinungsbild einer gewöhnlichen Textseite. Zu den relevanten Bereichen von PDF 2.0 gehören:
- präzisere Regeln für Strukturinformationen und barrierefreie Dokumente,
- überarbeitete Vorgaben für digitale Signaturen, Verschlüsselung und Zertifikate,
- klarer definierte Verarbeitung von Seiteninhalten, Grafikobjekten und Transparenzen,
- modernisierte Regeln für Metadaten, Anhänge und eingebettete Inhalte,
- Bereinigung älterer oder nicht mehr empfohlener Verfahren.
Ein PDF-2.0-Dokument kann trotzdem sehr schlicht aufgebaut sein. Umgekehrt kann eine Datei auf Basis von PDF 1.7 komplexe Formulare, Ebenen, Transparenzen, eingebettete Schriften, Multimediaelemente oder Signaturen enthalten. Die Versionsangabe setzt den technischen Rahmen, beschreibt aber nicht allein den gesamten Inhalt.
Welche Fortschritte bereits ältere PDF-Versionen brachten
Viele heute selbstverständliche Eigenschaften wurden schon vor PDF 1.7 eingeführt. Für die Kompatibilitätsbewertung sind vor allem die Entwicklungsschritte ab PDF 1.4 relevant.
Passende Anleitung öffnen →
Passende Anleitung öffnen →- PDF 1.3: eine häufig anzutreffende Grundlage älterer Druck- und Archivabläufe, jedoch ohne native Transparenzen.
- PDF 1.4: führte unter anderem Transparenzen ein. Ältere Druckabläufe mussten solche Effekte häufig reduzieren beziehungsweise verflachen.
- PDF 1.5: ergänzte komprimierte Objekt- und Querverweisstrukturen. Diese können die interne Dateistruktur effizienter machen, werden von sehr alter Software aber nicht immer verarbeitet.
- PDF 1.6: erweiterte mehrere Bereiche, darunter interaktive und grafische Funktionen.
- PDF 1.7: führte die Entwicklung fort und wurde anschließend zur Grundlage von ISO 32000-1.
Die Wahl einer älteren Version kann sinnvoll sein, wenn ein festgelegter Produktionsablauf dies verlangt. Sie kann allerdings eine Reduzierung moderner Funktionen erzwingen. Beim Export als PDF 1.3 müssen Transparenzen beispielsweise verarbeitet werden, weil diese Version sie nicht nativ unterstützt. Das kann das Dokument komplexer machen und spätere Bearbeitungen erschweren.
Kompatibilität entscheidet sich am Zielprogramm
PDF 1.7 wird von älteren und neueren PDF-Programmen meist breiter unterstützt als PDF 2.0. Bei einem PDF-2.0-Dokument kann ein älterer Viewer die Seiten zwar anzeigen, einzelne Funktionen aber ignorieren, falsch interpretieren oder als nicht unterstützt melden. Besonders genau geprüft werden sollten Signaturen, Formulare, Ebenen, Anhänge, Spezialfarbräume und strukturierte Inhalte.
Für die Auswahl hilft eine einfache Entscheidungsfolge:
- Verlangt die empfangende Stelle eine bestimmte PDF-Version oder einen Standard wie PDF/A oder PDF/X, hat diese Vorgabe Vorrang.
- Ist das Zielprogramm unbekannt oder muss die Datei auf älteren Systemen funktionieren, bietet PDF 1.7 normalerweise den sichereren Ausgangspunkt.
- Werden Funktionen benötigt, die ausdrücklich nach PDF 2.0 verarbeitet werden sollen, müssen Erstellungsprogramm, Prüfsoftware und Empfängersystem PDF 2.0 unterstützen.
- Für Druck, Archivierung, Barrierefreiheit oder elektronische Rechnungen genügt die allgemeine Versionsnummer nicht. Hier ist das verlangte Normprofil gesondert zu prüfen.
Ein sichtbarer Test in nur einem PDF-Viewer reicht bei wichtigen Dokumenten nicht aus. Eine fehlerfreie Bildschirmdarstellung bestätigt beispielsweise noch nicht, dass Schriften vollständig eingebettet sind, eine Signatur gültig bleibt oder ein Drucksystem alle Transparenzen richtig ausgibt.
PDF-Version und PDF/A-Profil sind nicht dasselbe
Bezeichnungen wie PDF 1.7, PDF 2.0 und PDF/A beantworten unterschiedliche Fragen. Die PDF-Version beschreibt, welche allgemeine Formatspezifikation für die Datei maßgeblich ist. PDF/A legt zusätzliche Regeln für die Langzeitarchivierung fest. Vergleichbares gilt für PDF/X in der Druckvorstufe und für weitere anwendungsspezifische Standards.
Eine Datei kann daher syntaktisch auf PDF 1.7 beruhen und zugleich ein bestimmtes PDF/A-Profil erfüllen. Die Angabe PDF 1.7 allein beweist diese Konformität nicht. Ebenso wird ein Dokument nicht automatisch barrierefrei, archivfest oder drucktauglich, nur weil es als PDF 2.0 gespeichert wurde. Dafür müssen die jeweiligen Anforderungen an Schriften, Metadaten, Struktur, Farben, Anhänge und andere Bestandteile erfüllt und validiert werden.
So lässt sich die Versionsangabe sinnvoll prüfen
Viele PDF-Programme zeigen die PDF-Version in den Dokumenteigenschaften oder in einer Prüfansicht an. Bei professionellen Prüfwerkzeugen erscheint sie häufig zusammen mit Angaben zu eingebetteten Schriften, Farbräumen, Transparenzen und Normprofilen. Die genaue Bezeichnung des Menüs hängt vom Programm und dessen Version ab.
Technisch beginnt eine PDF-Datei normalerweise mit einer Kennzeichnung wie %PDF-1.7 oder %PDF-2.0. Diese Kopfzeile ist nützlich, aber nicht in jedem Fall die vollständige Aussage: Innerhalb des Dokumentkatalogs kann zusätzlich ein Versionswert stehen, der für die Interpretation maßgeblich ist. Außerdem kann eine Datei nach einer inkrementellen Änderung ältere Bestandteile und neu hinzugefügte Strukturen enthalten.
Die Versionsnummer sollte deshalb nicht durch bloßes Ändern der Kopfzeile herauf- oder herabgesetzt werden. Eine echte Konvertierung muss prüfen, ob sämtliche verwendeten Funktionen in der Zielversion zulässig und darstellbar sind. Bei einer Herabstufung können unter anderem Transparenzen, Verschlüsselungsverfahren, Formularelemente oder andere Strukturen angepasst werden müssen.
Welche Version sich für den Export eignet
Für Dokumente, die ohne besondere Vorgabe an unterschiedliche Empfänger gehen, ist PDF 1.7 häufig ein ausgewogener Kompromiss aus Funktionsumfang und Programmkompatibilität. Eine ältere Version ist vor allem dann angebracht, wenn eine Druckerei, Behörde, Software oder technische Schnittstelle sie ausdrücklich voraussetzt. PDF 2.0 eignet sich, wenn der gesamte weitere Arbeitsablauf darauf ausgelegt ist und die modernisierte Spezifikation tatsächlich benötigt wird.
Vor der Weitergabe sollte die Datei im vorgesehenen Zielsystem geöffnet und nach ihrem Zweck geprüft werden: Bei Druckdaten zählen Seitenformat, Schriften, Farben und Transparenzen, bei Formularen die Eingabe- und Speicherfunktionen, bei signierten Dokumenten die Signaturprüfung und bei barrierefreien Dateien die Struktur sowie die sinnvolle Lesereihenfolge. Diese Eigenschaften sind für das Ergebnis meist wichtiger als die höhere Versionsnummer allein.