Entstehen aus einem mehrseitigen Dokument mehrere einzelne PDF-Dateien, ist meist eine Trenn- oder Speichereinstellung in der Scan-Software aktiv. Prüfe zuerst, ob als Ausgabe eine mehrseitige PDF statt einer Datei pro Seite gewählt ist. Bei einem Flachbettscanner muss außerdem jede weitere Seite innerhalb desselben Scanauftrags hinzugefügt werden, bevor du das Dokument endgültig speicherst.
Entscheidend ist der Zeitpunkt der Trennung
Für die Fehlersuche musst du zunächst feststellen, ob der Scanner schon während der Erfassung mehrere Dateien erzeugt oder ob erst der Export aus einer Scan-App die Seiten aufteilt. Der Zielordner liefert dafür den schnellsten Hinweis.
- Mehrere PDFs mit fortlaufenden Namen und jeweils einer Seite sprechen für die Einstellung „eine Datei pro Seite“ oder eine vergleichbare Seitentrennung.
- Mehrere PDFs mit unterschiedlich vielen Seiten deuten eher auf eine automatische Dokumenttrennung hin. Als Trennsignal können je nach Gerät leere Seiten, Barcodes, Patchcodes oder eine festgelegte Seitenzahl dienen.
- Eine einzige Datei im Zielordner, die im verwendeten Programm nur seitenweise erscheint, ist kein Scanfehler. Öffne die PDF in einem anderen PDF-Betrachter und prüfe die angezeigte Seitenzahl.
Auch die Dateinamen helfen bei der Einordnung: Endungen oder Nummern wie 001, 002 und 003 entstehen häufig, wenn jede gescannte Seite sofort als eigener Auftrag gespeichert wird. Dateinamen allein beweisen die Ursache jedoch nicht, weil Scan-Programme ihre Benennung unterschiedlich handhaben.
Scanprofil auf Mehrseiten-PDF umstellen
Öffne in der Scanner-Software das verwendete Profil und kontrolliere Ausgabeformat, Dateitrennung und Scanmodus. Die Bezeichnungen unterscheiden sich nach Hersteller und Programm. Suche nach Begriffen wie „PDF“, „mehrseitige PDF“, „alle Seiten in einer Datei“, „Stapel“, „Dokument“ oder „eine Datei pro Scanauftrag“.
- Wähle PDF als Dateiformat. Ein Bildformat wie JPEG oder PNG erzeugt technisch bedingt einzelne Bilddateien und kann nicht unmittelbar mehrere Seiten in einer Datei enthalten.
- Deaktiviere Optionen wie „eine Datei pro Seite“, „nach jeder Seite speichern“ oder „Dateien aufteilen“.
- Aktiviere, sofern vorhanden, „mehrseitige PDF“ oder „alle Seiten in einer Datei speichern“.
- Prüfe Regeln zur Dokumenttrennung. Schalte insbesondere eine Trennung nach einer festen Seitenzahl oder anhand leerer Seiten aus, wenn das gesamte eingelegte Dokument zusammengehört.
- Scanne zunächst zwei unkritische Testseiten. Im Ergebnis muss genau eine PDF mit zwei Seiten entstehen.
Falls das Profil keine Mehrseitenoption anbietet, kann ein anderer Scanmodus innerhalb derselben Software helfen. Ein Foto- oder Einzelblattmodus speichert häufig jede Aufnahme sofort, während ein Dokument- oder Stapelmodus weitere Seiten annimmt und erst am Ende eine gemeinsame PDF erzeugt.
Passende Anleitung öffnen →
Passende Anleitung öffnen →Flachbett und automatischer Einzug verlangen unterschiedliche Abläufe
Bei einem automatischen Dokumenteneinzug, häufig mit ADF bezeichnet, gehören alle eingelegten Blätter normalerweise zu einem Scanlauf. Werden sie trotzdem einzeln gespeichert, liegt die Ursache eher im Ausgabeprofil oder in einer aktivierten Trennregel.
Am Flachbett endet der Vorgang dagegen in manchen Programmen nach jeder Aufnahme. Nach der ersten Seite darfst du dann nicht sofort „Speichern“ oder „Fertig“ wählen. Lege die nächste Seite auf und nutze die angebotene Funktion zum Hinzufügen oder Weiterscannen. Erst nach der letzten Seite wird der gesamte Auftrag als PDF gespeichert.
Bei mobilen Scan-Apps gilt dieselbe Logik: Die erste Aufnahme startet ein Dokument, weitere Aufnahmen müssen diesem Dokument hinzugefügt werden. Beginnst du für jede Seite einen neuen Scan, exportiert die App mehrere PDFs. Eine Mehrfachauswahl bereits fertiger Dokumente bedeutet nicht automatisch, dass sie beim Export zusammengeführt werden.
Automatische Seitentrennung kann unbemerkt auslösen
Professionellere Scan-Programme können einen Stapel in mehrere Dokumente zerlegen. Das ist für Posteingänge oder Archive nützlich, bei einem zusammengehörigen Schriftstück aber unerwünscht. Häufige Auslöser sind erkannte Leerseiten, Trennblätter sowie eine vorgegebene maximale Seitenzahl pro Datei.
Wenn die PDFs immer an derselben Position getrennt werden, prüfe zuerst eine feste Seitenzahl. Erfolgt die Trennung dagegen an wechselnden Stellen, untersuche die Seiten unmittelbar vor dem Schnitt: Eine fast leere Rückseite kann von der Software als Dokumentende gewertet worden sein. Bei einem beidseitigen Scan kann auch die Rückseite eines einseitig bedruckten Blatts als solches Trennsignal dienen.
Die Option „Leerseiten entfernen“ ist nicht dasselbe wie „bei Leerseite trennen“. Die erste Funktion soll leere Seiten aus dem Ergebnis löschen, die zweite beginnt nach dem erkannten Trennblatt eine neue Datei. Beide Einstellungen können getrennt voneinander vorhanden sein.
Vorhandene Einzeldateien nachträglich verbinden
Ein erneuter Scan ist nicht erforderlich, wenn alle Seiten vollständig, richtig ausgerichtet und in der gewünschten Qualität vorhanden sind. Du kannst die einzelnen PDFs mit einer lokalen PDF-Anwendung zusammenführen. Importiere sie in der richtigen Reihenfolge, kontrolliere die Seitenvorschau und speichere das Ergebnis unter einem neuen Dateinamen.
Bei vertraulichen Unterlagen ist eine lokale Anwendung einem Online-Dienst vorzuziehen, weil die Dateien dabei nicht erst auf einen fremden Server übertragen werden müssen. Das Zusammenführen führt normalerweise keine neue Texterkennung durch. Ob der Inhalt durchsuchbar bleibt, hängt davon ab, ob die Einzeldateien bereits eine OCR-Textebene besitzen und ob das verwendete Programm diese beim Speichern erhält.
Wenn die Einstellung stimmt, aber weiterhin Einzeldateien entstehen
Erstelle ein neues Scanprofil, falls nur ein bestimmtes gespeichertes Profil betroffen ist. Liefert das neue Profil eine gemeinsame PDF, war wahrscheinlich eine versteckte oder übernommene Trennregel im alten Profil verantwortlich. Tritt das Verhalten in jedem Profil auf, vergleiche einen Scan direkt in der Hersteller-Software mit einem Scan aus einer anderen Anwendung.
Erzeugt nur eine Anwendung Einzeldateien, liegt die Ursache in deren Scan- oder Exporteinstellungen. Verhalten sich mehrere Programme gleich, kontrolliere die gerätespezifischen Vorgaben in der Scanner-Software und die Einstellungen eines eventuell verwendeten Scan-Workflows. Änderungen an der Standard-App zum Öffnen von PDFs helfen hier nicht: Die Dateizuordnung beeinflusst nur, welches Programm eine fertige PDF öffnet, nicht wie der Scanner die Dateien erzeugt.
Als Erfolgskontrolle genügt ein Test mit zwei eindeutig nummerierten Seiten. Das Ziel ist eine einzige PDF, deren Seitenanzeige zwei Seiten meldet und deren Reihenfolge stimmt. Erst danach solltest du ein umfangreiches Original erneut erfassen.