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Springt ein Lesezeichen oder ein anklickbarer Verweis in einer PDF zur falschen Seite, liegt der Fehler meist im gespeicherten Sprungziel. Prüfe zuerst denselben Eintrag in einem zweiten PDF-Programm. Führt er dort ebenfalls an die falsche Stelle, muss das Ziel im PDF oder im Quelldokument neu gesetzt werden; tritt der Fehler nur in einer Anwendung auf, sind eher deren Anzeigeeinstellungen oder die Interpretation von Seitenbezeichnungen betroffen.
Zuerst unterscheiden: falsches Sprungziel oder nur verwirrende Seitennummer?
Eine PDF kennt nicht nur die Position einer Seite innerhalb der Datei. Sie kann zusätzlich gedruckte oder frei definierte Seitenbezeichnungen enthalten. Dadurch kann die fünfte PDF-Seite beispielsweise mit der sichtbaren Bezeichnung 1 versehen sein, weil Deckblatt und Vorseiten anders gezählt werden.
Öffne die Seitenminiaturen und vergleiche drei Angaben: die tatsächlich angezeigte Seite, ihre Position in der Miniaturansicht und die auf dem Dokument gedruckte Seitenzahl. Landet der Verweis beim richtigen Inhalt, obwohl das Seitenfeld eine unerwartete Nummer zeigt, ist das Sprungziel wahrscheinlich intakt. Dann müssen gegebenenfalls die Seitenbezeichnungen angepasst werden, nicht die Lesezeichen.
Landet der Verweis dagegen beim falschen Inhalt, steckt meist eines dieser Probleme dahinter:
- Nach dem Erstellen der Verweise wurden Seiten eingefügt, ersetzt, verschoben oder gelöscht.
- Das Ziel wurde als bestimmte Seitenansicht statt als stabile Stelle im Dokument gespeichert.
- Beim erneuten Export aus Word, LibreOffice, einem Layoutprogramm oder einem anderen Ursprungssystem wurden alte und neue Verknüpfungen vermischt.
- Der sichtbare Linkbereich liegt über dem falschen Text oder ist größer als erwartet.
- Das PDF-Programm wertet ein besonderes Sprungziel anders aus als die Anwendung, mit der die Datei erzeugt wurde.
Mit einer kurzen Gegenprobe den richtigen Reparaturweg wählen
- Speichere eine Arbeitskopie der PDF. Bearbeite nicht das einzige Exemplar.
- Klicke ein fehlerhaftes Lesezeichen und notiere, welcher Inhalt erwartet wird und welcher tatsächlich erscheint.
- Teste einen internen Link im Dokument, der zur gleichen Stelle führen soll. So lässt sich erkennen, ob nur das Lesezeichen oder das gemeinsame Ziel betroffen ist.
- Öffne die Datei in einer zweiten Desktop-Anwendung oder in einem Browser. Nutze dabei nur eine Datei ohne vertrauliche Inhalte, falls dafür ein fremdes System erforderlich wäre.
- Prüfe die Miniaturansicht. Liegt der Zielinhalt auf einer anderen physischen Seite als früher, müssen die betreffenden Ziele neu zugewiesen werden.
Die Auswertung ist eindeutig: Verweist nur ein Lesezeichen falsch, wird dieses Lesezeichen neu gesetzt. Sind mehrere Links nach derselben Seitenverschiebung betroffen, ist eine systematische Überarbeitung oder ein neuer Export sinnvoller. Weicht ausschließlich ein PDF-Programm ab, sollte die Datei zunächst dort nicht überschrieben werden; teste stattdessen eine aktuelle Desktop-Anwendung und kontrolliere die Seitennummerierung.
Lesezeichen auf die richtige Stelle setzen
Zum dauerhaften Ändern gespeicherter Lesezeichenziele wird ein PDF-Editor benötigt. Ein reiner Reader kann Lesezeichen gewöhnlich anzeigen, aber nicht zuverlässig neu zuweisen. In Adobe Acrobat ist dafür die kostenpflichtige Bearbeitungsanwendung erforderlich; die genaue Bezeichnung der Befehle hängt von der Programmversion und der Oberfläche ab.
- Öffne die Arbeitskopie und blende den Navigationsbereich für Lesezeichen ein.
- Wechsle manuell zu der Seite und zum Ausschnitt, der nach dem Anklicken erscheinen soll. Stelle auch die gewünschte Vergrößerung ein, falls sie Teil des Ziels sein soll.
- Markiere im Lesezeichenbereich den fehlerhaften Eintrag.
- Öffne dessen Kontext- oder Optionsmenü und wähle den Befehl zum Festlegen beziehungsweise Aktualisieren des Ziels.
- Bestätige eine mögliche Rückfrage und speichere die Datei unter einem neuen Namen.
- Schließe die PDF, öffne sie erneut und teste das geänderte Lesezeichen. Erst dieser Neustart zeigt, ob die Änderung tatsächlich gespeichert wurde.
Bei verschachtelten Lesezeichen bleibt die Hierarchie normalerweise unabhängig vom Ziel erhalten. Verschiebe den Eintrag daher nicht unnötig im Navigationsbaum. Entscheidend ist, welches Ziel dem vorhandenen Lesezeichen zugewiesen wird.
Interne Links im Seiteninhalt korrigieren
Ein interner Link ist eine anklickbare Fläche auf einer Seite. Der sichtbare Text und die eigentliche Linkfläche sind getrennte Elemente. Ein korrekt beschrifteter Eintrag im Inhaltsverzeichnis kann daher trotzdem zur falschen Stelle führen oder durch eine überlappende Fläche ein unerwartetes Ziel auslösen.
Aktiviere im PDF-Editor das Werkzeug zum Bearbeiten von Links beziehungsweise Verknüpfungen. In Acrobat befindet es sich je nach Oberfläche bei den Bearbeitungswerkzeugen; suche dort nach dem Hinzufügen oder Bearbeiten einer Verknüpfung. Die vorhandenen Linkrechtecke werden anschließend auf der Seite sichtbar.
- Wähle das Linkrechteck über dem betroffenen Text aus.
- Kontrolliere zuerst seine Größe und Lage. Überlappt es einen benachbarten Eintrag, verkleinere oder verschiebe die Fläche.
- Öffne die Eigenschaften oder die zugewiesene Aktion des Links.
- Entferne nur das falsche Sprungziel, nicht den sichtbaren Text des Inhaltsverzeichnisses.
- Weise als Aktion den Sprung zu einer Seite beziehungsweise einer Ansicht im selben Dokument zu.
- Navigiere zur richtigen Zielstelle, übernimm die Ansicht und speichere die Arbeitskopie.
Teste auch die Einträge direkt oberhalb und unterhalb des reparierten Links. Gerade bei automatisch erzeugten Inhaltsverzeichnissen können sich Linkflächen überschneiden, obwohl nur ein Verweis auffällig geworden ist.
Wann die Reparatur im Quelldokument besser ist
Bei selbst erstellten Dokumenten ist die Korrektur in Word, LibreOffice oder dem verwendeten Layoutprogramm meist robuster als eine Reihe manueller Eingriffe in die fertige PDF. Das gilt besonders, wenn Überschriften, Inhaltsverzeichnisse und Querverweise automatisch erzeugt wurden.
Prüfe im Ursprung zuerst die Überschriftenstruktur, Textmarken, Querverweise und das automatisch erzeugte Inhaltsverzeichnis. Aktualisiere danach alle Felder oder Verzeichnisse und exportiere die PDF erneut mit aktivierter Option für Lesezeichen beziehungsweise Dokumentstruktur. Die Bezeichnung dieser Exportoption unterscheidet sich je nach Programm.
Ein neuer Export ist vorzuziehen, wenn viele Ziele um denselben Seitenversatz falsch liegen, weitere Änderungen am Dokument geplant sind oder die PDF regelmäßig neu erzeugt wird. Eine manuelle Reparatur im PDF eignet sich eher für einzelne Fehler in einer finalen Datei, deren Quelldokument nicht mehr verfügbar ist.
Seitenänderungen können bereits reparierte Ziele erneut verschieben
Füge Seiten möglichst vor der abschließenden Verknüpfung ein und ändere ihre Reihenfolge danach nicht mehr. Ob ein PDF-Editor bestehende Sprungziele beim Verschieben, Einfügen oder Löschen automatisch anpasst, hängt vom Programm und von der Art des gespeicherten Ziels ab. Verlasse dich daher nicht auf eine automatische Korrektur.
Nach einer strukturellen Änderung sollten mindestens diese Stellen geprüft werden:
- das erste und letzte Lesezeichen jeder Hauptebene,
- interne Links unmittelbar vor und nach einer eingefügten oder gelöschten Seite,
- Verweise aus Inhaltsverzeichnis, Fußnoten oder Index,
- Ziele mit besonderer Vergrößerung oder einem festgelegten Seitenausschnitt,
- Seitenbezeichnungen, wenn Vorspann und Hauptteil unterschiedlich nummeriert sind.
Erfolgskontrolle ohne den Bearbeitungsmodus
Speichere die reparierte PDF, schließe den Editor vollständig und öffne die Datei erneut. Klicke die überarbeiteten Ziele im normalen Anzeigemodus an. Prüfe nicht nur die Seitenzahl, sondern auch, ob die richtige Überschrift oder Textstelle sichtbar ist und ob der gewählte Ausschnitt sinnvoll dargestellt wird.
Für Dateien, die weitergegeben werden, empfiehlt sich zusätzlich ein Test in einem zweiten verbreiteten PDF-Viewer. Bleiben Lesezeichen und interne Links dort korrekt, ist die Reparatur wahrscheinlich nicht an eine einzelne Anwendung gebunden. Bei zahlreichen Verweisen ist eine stichprobenartige Prüfung nicht ausreichend: Dann sollten alle Einträge des Inhaltsverzeichnisses und alle Lesezeichen einmal durchgeklickt werden, bevor die Datei verteilt oder veröffentlicht wird.